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a) Geschäftsführung

Die Corporation wird vom Organ „board of directors“ verwaltet, welches ursprünglich mindestens drei directors umfassen musste. Nach modernen Rechten ist dagegen keine Mindestzahl mehr vorgeschrieben, sondern die Anteilseigner können in der Satzung oder den bylaws deren Zahl festsetzen. Die directors treffen die Leitentscheidungen für die Geschäftspolitik der Gesellschaft und treten nur wenige Male im Geschäftsjahr zusammen. Häufig sind auch Entscheidungen im schriftlichen Verfahren, unter Verwendung elektronischer Medien oder in Telefon-/Vidiokonferenzen erlaubt. Einzelheiten werden in den bylaws geregelt. Grundsätzlich ist für Entscheidungen eine einfache Mehrheit erforderlich, sofern in den bylaws nicht für bestimmte Fälle eine qualifizierte Mehrheit (sog. supermajority) verlangt wird. Dagegen bedürfen grundlegende Entscheidungen der Gesellschaft wie Ergänzungen der Gesellschaftssatzung, Verschmelzung, Veräußerung des gesamten Gesellschaftsvermögens oder Auflösung der Gesellschaft der Entscheidung bzw. Zustimmung der Anteilseigner. Ursprünglich waren die directors während ihrer Amtsperiode in der Entscheidungskompetenz unantastbar und auch vom Mehrheitsgesellschafter ohne besonderen Grund („with cause“) nicht abberufbar. Heute ist meist gesetzlich - mangels Restriktion in der Satzung - auch eine Abberufung ohne besonderen Grund („without cause“) möglich.

Die täglichen Geschäfte werden von den leitenden Angestellten, den „officers“, erledigt. An deren Spitze steht der CEO („chief executive officer“ oder auch „President“ genannt), daneben gibt es klassischerweise den vice-president, den secretary, welcher wichtige Dokumente gegenzeichnet und Protokolle der meetings erstellt, sowie den treasurer, der für die Finanzen zuständig ist. Aus der Darstellung ergibt sich, dass die US-amerikanische Managementkonzeption nicht mit der Vorstand/Aufsichtsrat-Struktur bei der deutschen AG gleichgesetzt werden kann.

b) Vertretung

Die Corporation wird durch das board of directors als Kollegium (also mittels Gesamtvertretung) vertreten. Deren Vertretungsmacht ist begrenzt durch die ausdrücklichen Beschränkungen in der Satzung und implizit auf die dem Gesellschaftszweck förderlichen Geschäfte. In den größeren corporations erledigen in der Praxis ganz überwiegend die officers die Geschäfte mit Außenwirkung, welche Vertretungsmacht erfordern. Die officers sind Vertreter („agent“) der Corporation kraft Amtes (sog. „inherent authority“), wobei sich nach dogmatischem Verständnis deren Vertretungsmacht von der Einsetzung durch das board ableitet bzw. sich auf in den bylaws explizit übertragene Befugnisse gründet. In der Regel haben sie Einzelvertretungsmacht für bestimmte thematische Bereiche, der CEO dagegen Einzelvertretungsmacht für den gesamten Bereich des täglichen Geschäftsablaufs.

c) Vergütung der Manager

Im Gegensatz zum common law sehen die modernen Corporation-Gesetze eine Vergütung der directors vor bzw. gestatten entsprechende Klauseln in der Satzung. Die Vergütung der officers war auch schon im traditionellen System unproblematisch. Zusätzlich werden in der Regel sog. fringe benefits wie Pensionen, Bonusse oder Optionen gezahlt."

Urheber der jüngsten deutschen Diskussion ist die weit verbreitete US-amerikanische Praxis, Optionsrechte an Manager zum Erwerb von Aktien der Corporation zu begeben. Diese Optionsrechte machen häufig einen wesentlichen Bestandteil der Vergütung der Manager aus. Regelmäßig ist die Option so ausgestaltet, dass der Manager nach Ablauf einer bestimmten Frist (meist mehrere Jahre) berechtigt ist, die Option zum Ausübungspreis (exercise price), der regelmäßig niedriger ist als der Börsenkurs zu diesem Datum, auszuüben, falls er noch bei der Gesellschaft beschäftigt ist. Die stock options fördern damit den Leistungsanreiz an den Begünstigten, denn sein Kursgewinn ist umso höher, je besser die performance der Gesellschaft am Ausübungsdatum ist. Die Gesellschaft bedient die Option durch eigene Anteile (sog. treasury stock) oder durch den Erwerb von Aktien an der Börse. Für die Gesellschaft ist neben der incentive-Funktion vorteilhaft, dass in Höhe dieser Vergütung der Manager der sich ergebende Aufwand (Unterschied zwischen Ausübungspreis und Börsenkurs am Ausübungsdatum) steuerlich geltend gemacht werden kann, ohne ihn - mit gewissen Einschränkungen - handelsbilanziell aufwandswirksam behandeln zu müssen.

d) Wettbewerbsverbot

Aus den Treuepflichten ergibt sich, dass ein director oder officer grundsätzlich nicht mit der Gesellschaft in Wettbewerb treten darf, wenn ein Schaden für die Gesellschaft wahrscheinlich ist. Allerdings kann ein an sich pflichtwidriges Handeln mittels einer formgültigen Genehmigung durch das board of directors oder die Anteilseignerversammlung der Anfechtbarkeit entzogen werden. Eng verwandt mit dem prinzipiellen Wettbewerbsverbot und ebenfalls Ausprägung der Treuepflichten ist die sog. corporate opportunity doctrine. Danach darf ein insider (director, officer, Mehrheitsaktionär) eine der Gesellschaft zustehende Gelegenheit zum Geschäftsabschluss nur dann ausnutzen, wenn die Gesellschaft durch Beschluss eines neutralen board („disinterested vote“) nach vollständiger Offenlegung („full disclosure“) die Ausnutzung der Gelegenheit abgelehnt hat.

e) Haftung der Organe

Das board of directors haftet als Organ sowie der einzelne director persönlich nach common law für die Schädigung eines Dritten, der Gesellschaft, eines Anteilseigners oder eines Angestellten deliktisch bei Überschreitung der Vertretungsmacht und der ihnen in erster Linie gegenüber der Gesellschaft obliegenden Treue- und Sorgfaltspflichten. Zusätzlich greift bei besonderer persönlicher Vereinbarung des director mit einem Gesellschaftsgläubiger eine vertragliche Haftung ein. In den meisten Einzelstaaten gesetzlich festgeschrieben ist darüber hinaus als Haftungsgrund die gesetzwidrige bzw. satzungswidrige Verteilung von Dividenden oder Gesellschaftskapital, der rechtswidrige Erwerb eigener Gesellschaftsanteile, die rechtswidrige Gewährung von Darlehen an Anteilseigner, directors oder officers, die Verteilung oder Veräußerung von Gesellschaftsvermögen unter Verletzung der Regeln der Gläubigerbefriedigung bei Liquidation. Entlastend wirkt Handeln „in goodfaith“ bzw. unter Einhaltung der im Handelsverkehr zu beachtenden Sorgfalt eines vernünftigen Menschen in entsprechender Lage. In Delaware kann in der Satzung die Haftung für Sorgfaltspflichtverletzungen (duty of care) ausgeschlossen werden. Der officer haftet bei Überschreitung seiner Befugnisse, beim Anschein des Handelns im eigenen und nicht im Namen der Gesellschaft gegenüber Dritten und bei Abgabe einer persönlichen Bürgschafts- bzw. Garantieerklärung für eine Gesellschaftsschuld. Schließlich wird in zunehmendem Maße in bundesrechtlichen Gesetzen eine (öffentlich-rechtliche) Haftung von directors und officers statuiert.

f) Regress bei der Gesellschaft

Nach den Corporation-Gesetzen steht tätigen bzw. ausgeschiedenen directors und officers eine Entschädigung (indemnification) für die Kosten einer Prozessverteidigung zu, wenn sie von einem Anteilseigner oder Dritten erfolglos gerichtlich in Anspruch genommen wurden. Zusätzlich kann die Gesellschaft entschädigen (permissive indemnification), wenn der director/officer gutgläubig („in goodfaith“) in vernünftiger Weise zum Wohl der Gesellschaft zu handeln und sich im Rahmen der ihm übertragenen Aufgaben zu halten glaubte. Der Regress scheidet bei einer Klage der Gesellschaft selbst gegen den jeweiligen Manager aus. Die modernen Gesellschaftsgesetze gestatten es, eine Versicherung zur indemnification der Manager abzuschließen (sog. D & O liability insurance).

g) Die Corporate Governance-Debatte

Jahrelang wurde die Doktrin des US-amerikanischen corporate law durch die sog. Corporate Governance-Debatte beherrscht. Sie führte schließlich zur Verabschiedung der zweibändigen Principles of Corporate Governance: Analysis and Recommendations durch das American Law Institute im Jahr 1994. die die Einzelheiten der organschaftlichen Leitung und Überwachung einer Corporation detailliert regelt. Darüber hinaus bestehen für börsennotierte Corporations bestimmte Corporate Governance-Vorgaben aufgrund börsenrechtlicher Regelungen, etwa nach dem Listed Company's Manual der New York Stock Exchange. Diese wurden verschärft aufgrund der Vorgaben des Sarbanes-Oxley Act.

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